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FKK: Ein Modelabel mit Seele

Mode ist für uns Frauen eine ständige Versuchung. Zum Leidwesen unserer Männer und natürlich unserer Geldbörsen. Jede Woche wieder kommen unzählige Frauenzeitungen auf den Markt mit den neuesten Fummeln, von denen wir in der Regel meinen, ohne sie nicht leben zu können. Klar, wir hätten auch alle gerne mehr teure Designer-Label im Schrank hängen. Könnte ich wie ich wollte, würde ich mehr Etro, Dries van der Noten und Paul Smith kaufen. Ich lebe natürlich auch ganz gut mit Strenesse, Diane von Furstenberg, Filippa K oder auch mal H&M. Und vor allem mit FFK http://fkk-fashion.com/. Das unabhängige Label kenne ich noch aus meiner Hamburg-Zeit, so richtig ans Herz gewachsen sind mir aber die beiden Designer Stefan und Tobias erst die letzten Jahre, als auch ich verstärkt aufs Geld geachtet habe. In diesem Punkt bin ich der Wirtschaftskrise echt dankbar; man hat sich einfach wieder besonnen auf gute Qualität und tollen Service. Nur bei Unternehmen, die diese beiden Aspekte bedienen, will ich mein Geld lassen und nicht etwa in Läden, in denen arrogantes Verkaufspersonal meint noch immer darüber richten zu können, wer als Kunde willkommen ist oder nicht. So habe ich die letzten 2, 3 Jahre meinen Moderadius sehr stark auf kleine, unabhängige, aber funky Label konzentriert. Auch Goya Goya in Frankfurt gehört übrigens dazu.

FKK macht Mode für Frauen und Männer und mitunter kaufe ich auch schon mal aus der Männerkollektion, weil auch die Sachen so toll sind. Überwiegend kommen allerdings kleine schnuckelige Kleider in die Tüte, die im Business genauso gehen wie privat. Auch wenn Diane von Furstenberg als Erfinderin der praktischen und reisefreundlichen Jersey-Wickelkleider gilt, die Jungs von FKK haben diesen Kleidertypus inzwischen perfektioniert. Die Schnitte sind einfach und tragbar. Ihren besonderen Touch bekommen sie durch die ungewöhnlichen Stoffe, die bei FFK verwendet werden und weil jeder Kundin ihr Kleidungsstück individuell auf den Leib geschneidert wird (ohne großen Aufpreis, es sei denn es gibt sehr starke Größenabweichungen). Bei FKK habe ich immer das Gefühl, ein Unikat zu tragen, ohne aber hundsteure Preise dafür zahlen zu müssen. Die verwendeten Stoffe gibt es nur in limitierter Auflage, sind alle von guter Qualität und maschinenwaschbar (sic!). Dass sich zwei Frauen bei einem Event im gleichen Prada-Kleid begegnen, passiert häufig. Dass zwei FKK-Kleider aufeinandertreffen, ist eher unwahrscheinlich. Denn jeder schnitt kann in zig Stoffvarianten angefertigt werden.

Wem die Kleider nicht von der Musterstange passen oder wer einen Schnitt mag, aber den Stoff nicht, bekommt eben sein individuelles Stück in weniger als 10 Tagen angefertigt. Oft werden kleine Details des ursprünglichen Schnittes noch verändert, weil sie dann besser zur Trägerin passen und dem Kleidungsstück endgültig den Unikat-Stempel aufdrücken. Ich weiß ehrlich gesagt keinen Grund mehr, warum ich überhaupt noch Geld bei irgendwelchen überteuerten Designerläden lassen soll, wo die Klamotten in China oder Polen oft mit heißer Nadel und schlechter Stoffqualität zusammengenäht werden, um sie dann für Mondpreise zu verkaufen.

Mag sein, dass die individuelle Anfertigung der FKK-Kleidung mal aus der Not geboren wurde, um mehr Umsatz zu machen. Doch so rührend und aufmerksam wie sich die beiden Designer, die selbst jeden Tag im Laden in der Hegestraße in Hamburg-Eppendorf stehen, um einen kümmern, gehört der persönliche Service längst zum Kernmarkenwert des Mode-Labels. FKK hat im Modebereich schon Markenerlebnisse kreiert, als noch kein Marketingfuzzi überhaupt wusste, was das sein soll. Aus Intuition und absoluter Konzentration auf den Kunden. Zu FKK zu gehen ist, wie heiße Schokolade mit ganz viel Sahne und Zimthaube trinken. Man fühlt sich wohl, verstanden und geborgen. Die innere Welt wächst mit der äußeren zusammen und wird zu etwas Besserem. Tatsächlich – so schön kann Kundenorientierung sein.