Eigentlich ist ja mein Lieblingscafé aller Zeiten das Wacker am Kornmarkt mitten in Frankfurt. HORIZONT-Chefredakteur Volker Schütz und ich gingen zu unserer gemeinsamen HORIZONT-Zeit jeden morgen vor der Arbeit auf einen Kaffee dorthin.
Noch heute statte ich dem traditionellen Kaffeehaus mindestens einen Besuch ab, wenn ich in Frankfurt bin und nehme haufenweise guten säurearmen Espresso mit nach Hause.
In Berlin mag ich das „La Tazza“ und „Tous les jours“ am Prenzlauer Berg, auch wenn beide bei weitem nicht den Charme und die gleiche Kaffeequalität haben wie das Wacker.
Nun war ich 2 Tage beruflich in Hamburg und übernachtete dort im neuen schicken Designhotel St. George, worüber ein späterer Blog hier berichten wird. Ich frühstücke in der Regel nie im Hotel, viel zu teuer und meist zuviel für mich. Also ging ich gestern und heute morgen vor meinen Terminen die Lange Reihe in St. Georg hoch – wo ich im Übrigen vor ganz langer Zeit mal gelebt habe – ins Balzac. Die aus Hamburg stammende kleine Kaffeekette ist so ein bisschen wie Starbucks für Arme, aber sie haben guten Kaffee und nicht nur Brot, sondern auch Obstsalat und Joghurt im Angebot. Und vor allem sensationelles Service-Personal. Besonders in dem Laden in St.Georg. Woran erkennt man guten Service? Nun, die Leute hinter der Theke sind aufmerksam, auf den Kunden konzentriert, freundlich, ohne zu schleimen und zackig im Bedienen. Sie machen eine eigentlich austauschbare Filiale durch ihre Art unverwechselbar. So meine Definition.
In St. Georg waren die beiden männlichen Bedienungen das alles und noch mehr. Denn bereits am 2. Morgen, wo ich dort aufkreuzte, fragte mich einer der Angestellten als ich bestellen wollte: „Einen doppelten Espresso, richtig?“. Wow, man erlebt ja normalerweise – vor allem in Berlin – dass sich viele Bedienungen eine einfache Bestellung noch nicht mal bis zum Tresen merken können. Und dieser ungemein nette und wache junge Kerl hat mich nach nur einem Besuch wiedererkannt und wusste, was ich am Tag vorher getrunken habe.
Dafür bekam er von mir ein dickes Lob. Seinen Namen wollte er mir aber für diesen Blog nicht verraten, denn für ihn ist guter, aufmerksamer Service selbstverständlich. Ein dreimaliges hoch also auf die Balzac-Filiale in der Langen Reihe und die ausgeschlafene Crew vor Ort. Ihr seht mich wieder!