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HBC Restaurant – Berlin von der schlechtesten Seite

In Berlin wird man nicht müde, Superlativen zu nutzen, egal ob Ausstellungen eröffnen, neue Restaurants aufmachen oder einfach nur ein C-Promi zu einer Shop-Eröffnung aufläuft. Es gibt Restaurants, die genießen einen Ruf wie Donnerhall, obwohl sie eher mittelmäßige Abfüllstationen sind. Über das HBC Restaurant wurde viel geschrieben und ich hatte schon viel Gutes gehört und war entsprechend gespannt. Rauskam jedoch ein Abend, der zu großen Teilen kulinarisch und vor allem in puncto Service eine absolute Pleite war.

Die Karte mit ungewöhnlichen Fleisch-Fisch-Kombinationen, die auf völlig neue Art Fusionküche interpretiert, klang vielversprechend. Wir bestellten und die Rotweintrinker folgten der Weinempfehlung. Ich bin nicht super anspruchsvoll, aber ich kann schon einen guten von einem schlechten Wein unterscheiden oder auch erkennen, wenn ein Wein umgekippt ist. Was nach meiner Ansicht der Fall war. Da ich aber keine Lust auf lange Diskussionen hatte, gab ich das Glas zurück, um einen anderen Wein zu bestellen, was mit einem Augenrollen der Servicekraft honoriert wurde. Ich habe nichts gegen rustikalen Service, aber zwischen rustikal-kernig und unprofessionell-unfreundlich ist eben ein Unterschied. Gerade der Service entpuppte sich im HBC als größter Gau. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum eigentlich gute Restaurants Servicekräfte beschäftigen, die offensichtlich keinen Bock auf den Job haben.

Als die Hautspeisen kamen, war eine der drei Entenspeisen roh, was wir unaufgeregt monierten. Worauf die Servicekraft – mit Mütze, denn wir sind ja so lässig in Berlin -, meinte, das sei in Ordnung so, eigentlich seien die beiden anderen Entenspeisen, die durchgebraten waren, falsch zubereitet und trabte ab. Jetzt rollten wir mit den Augen. Zumal mein Essen – Fisch mit Fois gras, an sich köstlich, aber einfach kalt war. Ich sagte nix und aß einfach weiter. Nach dem Dialog um die Ente erwartete ich ohnehin nicht mehr viel. Doch der Verlauf des Abends drückte auf die Stimmung.
Wir bestellten die Nachspeisen, ich bestellte Käse und bat noch um etwas Brot, das nie kam. Nun gut. Am Ende orderten wir früher als geplant die Rechnung, was von einer anderen Bedienung gegenüber einer Kollegin laut und deutlich kommentiert wurde mit „der lustige Tisch will zahlen“, was übersetzt nichts anderes hieß, als die „Arschlöcher wollen zahlen“. Wir hatten weder zig Gänge zurückgehen lassen, obwohl es Grund gegeben hätte, noch exzessiv rumgemeckert. Aber bei einem Laden mit dem Preisniveau, wo Hauptspeisen um die 30 Euro kosten, hat man nun mal andere Erwartung als beim Familienitaliener um die Ecke.
Ich weiß nicht, ob wir essenstechnisch einfach nur einen schlechten Abend erwischt hatten, das wäre dann Pech. Aber das größte Problem ist und bleibt der Service in dem Laden und der schien mir in seiner unverschämten Schnoddrigkeit Programm zu sein. Schade, dass einige Lokale in Berlin das immer noch nötig haben.